Schülerforschungszentrum Berchtesgaden

Klasse 4 übt für die Einweihung am 02.12.2011

Einweihung Schülerforschungszentrum

Homepage Schülerforschungszentrum:

http://www.schuelerforschung.de/

Artikel im Berchtesgadener Anzeiger

»Juwel in der Bildungslandschaft«

 

Berchtesgaden: (3. Dezember 2011) - Ministerpräsident Horst Seehofer hat anlässlich der Eröffnung des Schülerforschungszentrums Berchtesgadener Land am gestrigen Freitag die Marktgemeinde Berchtesgaden besucht. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Technischen Universität München (TUM), Wolfgang A. Herrmann, dem Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang M. Heckl, und Landrat Georg Grabner betonte er in der Aula des neuen Gymnasiums Berchtesgaden die Wichtigkeit des »zukunftsweisenden, bayernweit einmaligen Bildungsprojekts«. Anschließend besichtigte man gemeinsam das Forschungszentrum im alten Gymnasium.

 
 
  

Das große Abenteuer "Forschung" kann beginnen!

 

Das auf mindestens 20 Jahre ausgelegte Schülerforschungszentrum soll bei Kindern ab dem Grundschulalter mit praxisnahen Experimenten Begeisterung für naturwissenschaftliche Fächer wecken und zum selbstständigen Arbeiten motivieren. Seehofer versprach, das Projekt auch weiterhin zu unterstützen. Für angedachte Maßnahmen, etwa die »Errichtung eines wissenschaftlichen Instituts« in Berchtesgaden, stellte er Mittel in Aussicht: »Ich kann Unterstützung für alle Projekte zusagen, die heute angesprochen wurden. Wir werden das auch einhalten«, so Seehofer.
»Willkommen im Gelobten Land« - so hatte Landrat Grabner Ministerpräsident Seehofer nach seiner Ankunft begrüßt. »Bayern ist ein Fünf-Sterne-Land«, sagte Seehofer, der mit überschwänglichen Worten nicht geizte. »Wir sind die Besten, wir sind deutschlandweit vorne.« Damit begrüßte er die rund 300 geladenen Gäste aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. »Bayern gehört die Hälfte von Deutschland - wenn man einen Blick auf den Länderfinanzausgleich wirft«, so Seehofer. Und weil der Freistaat »so günstig dasteht wie noch nie«, sei eine Einrichtung wie das Schülerforschungszentrum nur logische Konsequenz.
»Wir geben 2,4 Milliarden für zusätzliche Bildung aus, bieten 48 000 weitere Studienplätze und stellen nochmals 600 Lehrkräfte ein«, sagteMinisterpräsident Horst Seehofer. »Das Schülerforschungszentrum ist ein neuer Leuchtturm in der Bildungslandschaft Bayerns. Entdeckerfreude und die Lust am Lernen stehen hier im Vordergrund«, sagte Seehofer. Sich hier zu engagieren, bedeute, in die Zukunft von morgen zu investieren. »15 Prozent zusätzliche Bildungsausgaben in fünf Jahren trotz ausgeglichenen Haushalts - das schafft kein anderes Land«, so der Ministerpräsident weiter. Der Wille, vorwärts zu kommen, sei im Freistaat immer vorhanden gewesen: »Wenn man aufhört, besser werden zu wollen, hört man schon bald auf, gut zu sein.« An die anwesenden Schüler und Schülerinnen richtete Horst Seehofer den Satz: »Viele glauben, sie lernten für den Lehrer. Aber was Ihr hier lernt, ist das Rüstzeug für das Leben.«
Der Nachwuchsmangel an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern lasse die Alarmglocken schrillen, »wenn sich selbst leistungsstarke Schüler zu wenig für naturwissenschaftlich-technische Fächer interessieren«, sagte TUM-Präsident Herrmann. Die Technische Universität München wird im Schülerforschungszentrum die wissenschaftliche Leitung übernehmen und ist wesentlicher Partner in der Umsetzung des Millionen-Projektes. Neben der Ausbildung von Schülern müsse im universitären Alltag auch die Lehrerbildung einen höheren Stellenwert einnehmen. »Die Universität ist kein Elfenbeinturm«, sagte Herrmann. Der Dienst an der Gesellschaft fange in jungen Jahren an - wie etwa in der neu geschaffenen Einrichtung in Berchtesgaden, in der »Maßstäbe gesetzt wurden.«
Landrat Georg Grabner bezeichnete die Einrichtung als »herausragend«. Viele »geistige Väter, unermüdliche Antreiber und Ideengeber« habe das Projekt, das nun realisiert wurde. Bildung, Qualität und Innovation seien drei wesentliche Säulen, für die Zukunftsfähigkeit nicht nur eines Landes, sondern auch eines Landkreises, sagte Grabner. »Deshalb ist es für mich eine Art Regierungsprogramm, gerade in diesem Bereich einen Schwerpunkt der Landkreispolitik zu setzen.« Der Mangel an Fachkräften werde sich in Zukunft noch verschärfen. Deshalb müsse man entgegensteuern und in jungen Jahren anfangen. Mit dem Schülerforschungszentrum biete man eine gute Perspektive, in Sachen Bildungsmöglichkeit für alle Schularten und Altersstufen eine Vorreiterrolle einzunehmen. Ein wichtiger Partner sei neben der TUM auch das Deutsche Museum in München.
Dessen Generaldirektor Wolfgang Heckl machte die Notwendigkeit des Schülerforschungszentrums deutlich und sprach für die Zukunft, als Vertreter des »besucherstärksten Museums in Deutschland«, weitere Unterstützung zu.
Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp sagte, dass das Forschungszentrum ein auf lange Sicht ausgelegtes Projekt sei, »mindestens 20 Jahre.« Er bedankte sich bei allen Beteiligten, die sich im Laufe der Jahre dafür engagiert hatten.
Mit der Unterschrift des Ministerpräsidenten und aller Beteiligten wurde das Schülerforschungszentrum offiziell eröffnet. Seehofer machte sich im Folgenden einen Eindruck von den neu geschaffenen Räumlichkeiten im alten Berchtesgadener Gymnasium. Diese waren in den vergangenen Monaten für insgesamt 1,1 Millionen Euro renoviert worden. 270 000 Euro investierte der Markt Berchtesgaden aus Eigenmitteln, weitere 350 000 Euro stammen aus dem EU-Programm »LEADER«. 450 000 Euro schoss die Berchtesgadener Landesstiftung zu.
Im Schülerforschungszentrum sollen von nun an unter der Leitung von Heike Gierisch und Dr. Andreas Kratzer von der TUM Jugendliche eigene Forschungsprojekte umsetzen können. Die Möglichkeiten sind riesig: Roboter bauen und programmieren, aus Geodaten eine Landkarte über die Biodiversität in Bayern erstellen oder mit einem Radioteleskop nach Asteroiden Ausschau halten.